ZumTestsieger gekürt

von links: Karla Ebert, Laura Dziachan, Carolin Harbusch Foto: BUND Lemgo

Lemgo (pm). Carolin Harbusch und Laura Dziachan absolvieren beim Biolandhof von Karla Ebert in Lemgo ein freiwilliges ökologisches Jahr. Im Rahmen eines Seminar hatten sich die beiden für die Vorstellung ihrer Arbeit etwas Besonderes ausgedacht. Eine Blindverkostung von 5 verschiedenen naturtrüben Apfelsäften. 25 Teilnehmer kürten dabei den BIO-Streuobstwiesenapafelsaft aus Lemgo zum Testsieger.

Karla Ebert vom Biolandhof war über das Ergebnis erfreut, aber nicht überrascht. Sie kennt die Gründe für das gute Abschneiden. Bei ihren Äpfeln handelt es sich um alte Apfelsorten aus den Streuobstwiesen des BUND Lemgo. Hier übernimmt der Hof die Wiesenpflege und darf dafür einen Teil der Äpfel verwerten. Karla Ebert: „Im Prinzip fängt es bei der Baumpflege an. Der regelmäßige Baumschnitt mit Auslichtung durch die Aktiven der Lemgoer BUND-Gruppe sorgt dafür, dass es viele sonnengereifte Früchte gibt. Damit möglichst nur ausgereifte Äpfel in den Saft gelangen, gibt es 2 getrennte Ernten. Eine für frühe und eine für späte Sorten. Mindestens 10 verschiedene Sorten gelangen in den Saft. Das berücksichtigt, dass die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe in den einzelnen Sorten doch sehr unterschiedlich sind. Zudem sind diese bei den alten Apfelsorten meist auch sehr hoch. 

Bei der Ernte wird genau darauf geachtet, dass keine faulen oder angefaulten Äpfel aufgesammelt werden. Nach der Ernte dauert es nur 3 Tage bis die Äpfel von der Mosterei des Biolandhofes Johanettenthal aus Detmold gesondert gepresst und in Glasflaschen abgefüllt werden. Der Apfelsaft wird zudem dunkel in einem Erdkeller gelagert damit die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe möglichst lange erhalten bleiben.“ 

Nach Aussage von Willi Hennebrüder vom BUND Lemgo kann die ÖKO-Bilanz des BIO-Streuobstwiesenapfelsaftes nicht besser sein. Keine Spritzmittel werden eingesetzt, es gibt kurze Wege von Obstwiese zur Mosterei und vermarktet wird der Saft nur im engeren Umkreis von Lemgo. Dazu kommt noch die Abfüllung in Mehrwegglasflaschen. Dass der BIO-Streuobstwiesenapfelsaft aus Lemgo eine besondere Qualität besitzt, wurde gegenüber der Lemgoer BUND Gruppe schon einmal vom Max-Rubner-Institut (vormals Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel) in Karlsruhe bestätigt. Dort hatte man den Streuobstwiesenapfelsaft zur Begutachtung und für Tests im Rahmen eines Forschungsprojekts eingesandt. 

Es gab ein Lob und eine Kernaussage von Dr. Stepfan Barth vom MRI: „Alte Apfelsorten, die meist nur noch in Streuobstwiesen zu finden sind, besitzen nachgewiesenermaßen einen höheren Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen als die Äpfel aus dem Supermarkt“. Was Verbraucher nach Karla Ebert vor dem Genuss beachten sollten, dass man die Flasche erst einmal richtig aufschüttelt, denn die gesundheitsfördernden Stoffe sind besonders in den Schwebstoffen enthalten und die setzen sich im Laufe der Zeit auf dem Boden ab. Manche Verbraucher mögen dies nicht und kaufen dann statt naturtrüben Direktsaft lieber klaren Apfelsaft, bei dem diese Stoffe herausgefiltert werden und der auch noch teurer ist. Karla Ebert hat für solche Verhaltensweisen nur ein Kopfschütteln übrig. Ihre Aussage: „Gegen Dummheit ist halt auch kein Kraut gewachsen.“ 

Erhältlich ist der BIO-Streuobstwiesenapfelsaft auf dem Biolandhof von Karla Ebert sowie im Einzelhandel in Lemgo bei Edeka, Denns und der Bäckerei Eikmeier. Weitere Informationen gibt es dazu auch im Internet unter bund- lemgo.de/Streuobstwiesenapfelsaft.