Verdienstkreuz am Bande verliehen

Landrat Manfred Müller überreichte im Rahmen einer Feierstunde im Großen Sitzungssaal des Kreishauses Paderborn die Ordensinsignien und richtete gleichzeitig die Glückwünsche des Ministerpräsidenten, des Ministers für Inneres und Kommunales sowie der Regierungspräsidentin aus

Kreis Paderborn (krpb). Der Bundespräsident hat Dr. Pablo Livio Rivero-Lazcano aus Paderborn für sein  jahrzehntelanges Engagement in den Bereichen Völkerverständigung und Entwicklungshilfe das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Landrat Manfred Müller überreichte im Rahmen einer Feierstunde im Großen Sitzungssaal des Kreishauses Paderborn die Ordensinsignien und richtete gleichzeitig die Glückwünsche des Ministerpräsidenten, des Ministers für Inneres und Kommunales sowie der Regierungspräsidentin aus.
"Sie sind ein wahrer Christ und Mensch mit Herz", sagte Müller in seiner Laudatio. "Unermüdlich und mit sehr viel Zeitaufwand  haben Sie  all die Jahrzehnte daran gearbeitet, Menschen in Not - besonders im Krankheitsfalle - zu helfen und ihnen so ein besseres Leben mit mehr Freude zu ermöglichen."

Dr. Rivero-Lazcano wurde 1933 in der Stadt Santa Cruz im Südamerikanischen Land Bolivien geboren, ist verheiratet und hat drei Töchter. 11 Enkelkinder und ein Urenkel machen die Familie komplett, die ihn immer in seinem Tun und Schaffen unterstützt hat.

Dr. Rivero-Lazcano studierte in seiner Heimat Medizin und kam anschließend nach  Deutschland, lernte dort seine Ehefrau kennen und kehrte 1966 mit ihr und seiner Familie nach Bolivien zurück. Dort nahm er in der Provinz eine Chefarztstelle in einem neuen Krankenhaus an. In den siebziger Jahren kehrte er wieder nach Deutschland zurück und arbeitete in Paderborn im Brüderkrankenhaus, wo er 1977 Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe wurde und dies bis zu seiner Pensionierung 1998 blieb. Dr. Rivero-Lazcano galt als außerordentlich engagierter Mediziner und war als "Arzt aus Leidenschaft" bekannt.

Bereits während seiner Berufsjahre als Arzt engagierte sich Dr. Rivero-Lazcano ehrenamtlich und verstärkte seinen Einsatz für gemeinnützige Projekte im Ruhestand. Er arbeitete ehrenamtlich als Arzt in Nicaragua und Bolivien, baut ein Dialysezentrum für chronisch Nierenkranke in Bolivien auf und treibt den Handel mit Bio-Café voran, der bolivischen Familien ein sicheres Einkommen verschaffen soll.

1978 war er Mitbegründer der Deutsch-Spanischen Gesellschaft Paderborn e.V. mit dem Ziel, die menschlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien sowie spanisch sprechenden Ländern zu vertiefen und die Europäische Gemeinschaft zu fördern.  Von 1982 bis 2014 war er Vereinsvorsitzender und ist heute Ehrenvorsitzender.

1983 machte er sich mit der Deutsch-Spanischen Gesellschaft für ein Siedlungsprojekt in Sucre (Bolivien) für arme und kinderreiche Familien stark. Bei dem Projekt wurden Wohnhäuser, Schulen und Kindergärten für Indiofamilien gebaut. Deutsche Schwestern unterrichten in Hauswirtschaft, Babypflege, Hygiene und Nähen.

Zusammen mit der Deutsch-Spanischen Gesellschaft  baute er 1992 eine Städtepartnerschaft zwischen Paderborn und der spanischen Stadt Pamplona auf. Daraus sind Schulpartnerschaften, ein wirtschaftlicher Dialog sowie der Kontakt mit der Universität Paderborn, der Polizei und den Eisenbahnfreuden entstanden. Um der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien entgegenzuwirken rief er ein Projekt ins Leben, dass es jungen Spaniern ermöglicht eine Ausbildung in der Krankenpflege in Deutschland zu machen.

Zudem machte sich Dr. Rivero-Lazcano für die Errichtung eines Krankenhauses in der bolivischen Kleinstadt Camargo stark, leistete dort mehrere Monate unentgeltlich medizinische Hilfe, sammelte Spenden, warb um Sponsoren und bemühte sich um die Übernahme von gebrauchten und ausgesonderten medizinischen Geräten aus Deutschland und organisierte deren Transport nach Bolivien. In Vorträgen berichtete er anschließend leidenschaftlich über seine Projekte und motivierte gleichzeitig interessierte Ärztinnen und Ärzte zur medizinischen Hilfe in Bolivien.

"Mit Ihrer positiven Grundhaltung, Ihrer Lebensfreude sowie dem erfolgreichen, unermüdlichen Engagement nehmen sie eine Vorbildfunktion ein. Damit überzeugen Sie auch andere von Ihrer Arbeit und motivieren sie zum Mitmachen", sagte Landrat Müller und schloss seine  Rede mit einem Zitat von  Autorin Christa Schyboll: "Lass dich anstecken von der Menschlichkeit und infiziere dann gründlich deine Umgebung, auf dass der Virus der Nächstenliebe die Welt erobert, bevor es ein anderer Virus schafft."

Musikalisch begleite wurde die Verleihung von Marcel und Jan Krecker, Phlipp Alfermann und Lukas Deeke von der Kreismusikschule mit Gitarren.

Dr. Rivero-Lazcano erhielt bereits 2001 für sein Engagement die Verdienstmedaille in Silber des Ordens pro Merito Melitensi  durch Papst Paul II.