Ausstellung: Egge-Moore

Kreis Paderborn (krpb). Die Ausstellung Egge-Moore – Schutz und Entwicklung der Moor-Lebensräume im südlichen Eggegebirge, ist bis 8. Juni im Paderborner Kreishaus zu sehen.

Die Bedeutung der Moore für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz wurde lange übersehen. Zusammen speichern sie weltweit 500 Gigatonnen klimaschädliches Kohlendioxid. Das ist doppelt so viel wie alle Wälder zusammen. Die komplexen Ökosysteme bieten darüber hinaus seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugs- und damit Überlebensraum. Die Egge-Moore in Lichtenau am Westhang des Eggegebirges zählen zu diesen Schätzen der Natur, die vielerorts beeinträchtigt oder sogar zerstört wurden. Im Rahmen eines von der Europäischen Union, dem Land NRW und dem Landesbetrieb Wald und Holz geförderten Projektes (LIVE+) sollen die Eggemoore renaturiert werden. Fachlich begleitet werden sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Paderborner Umweltamtes.

Ziel ist die Wiederherstellung eines möglichst naturnahen Wasserhaushalts und die Verbesserung der Lebensbedingungen für moortypische Pflanzen und Tiere. Die Ausstellung Egge-Moore informiert über diese Zusammenhänge anhand von übersichtlichen Schautafeln mit erläuternden Textbausteinen und kann bis zum 8. Juni im Foyer des Paderborner Kreishauses während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung besichtigt werden.

„Die Egge-Moore sind ein schönes Beispiel, wie man Heimatpflege und Naturschutz miteinander verbinden kann“, sagte Landrat Manfred Müller bei der Eröffnung. Christoph Schön, Vorsitzender des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge, betonte die jahrelange gute Zusammenarbeit mit der Biologischen Station. Gemeinsam wolle man die Natur nicht nur schützen sondern für den Menschen erleb- und erfahrbar machen. Ludger Kappius, Vorsitzender des Kreisumweltausschusses erläuterte, dass viele Moore in der Vergangenheit zerstört wurden und er sich sehr freue, dass man in diesen Tagen ihre Bedeutung für den Klimaschutz und die Artenvielfalt erkannt habe und durch das Projekt gegengesteuert werde.

Die Spuren der Vergangenheit lassen sich zum Teil bis heute an der Vegetation in den Eggemooren ablesen. So wurden einige Moorflächen mit Fichte und Kiefer aufgeforstet, um wenigstens einen geringen Ertrag auf diesen ansonsten unproduktiven Flächen zu erzielen. An manchen Stellen sind noch Entwässerungsgräben zu erkennen, die die Flächen trockener und damit land- und forstwirtschaftlich besser nutzbar machen sollten. Folgen der Entwässerung waren eine Störung des natürlichen Wasserhaushaltes sowie ein stetiges Trockenfallen der Flächen. Peter Rüther, Geschäftsführer der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne, erläuterte, dass mit so genannten Life+Projekten wahre Perlen der Natur gefördert würden. Dabei befinde man sich im globalen Wettbewerb. 405 Seiten lang sei der Antrag gewesen.

Rund 1,8 Millionen Euro fließen nun in die Renaturierung der Moore mit einer Gesamtfläche von 20 ha. Ziel der Maßnahmen ist es, neues Leben in alte Moore zu hauchen: Die in den letzten Jahrzehnten gewachsenen Kiefern, Fichten und Weiden sollen entfernt werden, damit die Moorlandschaften weniger Wasser durch Verdunstung verlieren. Die Entwässerungsgraben und Abflussmulden werden verschlossen, damit nicht noch mehr Wasser aus den Gebieten abfließen kann. Da Moore sehr wertvolle und empfindliche Lebensräume sind, müssen zudem umfangreiche hydrologische und biologische Grundlagenuntersuchungen durchgeführt werden. Wenn das alles gelingt, finden auch so seltene „Spezialisten“ in der Tier- und Pflanzenwelt wie Braunkehlchen, Wiesenpieper, Sonnentau und Wollgräser ein neues Zuhause.

Hintergrund:
Was ist LIFE+?
LIFE+ ist das Förderprogramm der Europäischen Union (EU) zur finanziellen Unterstützung von Umwelt- und Naturschutzvorhaben. Die Buchstaben stehen für den französischen Begriff L`Instrument Financier pour l`Environnement (übersetzt: “Das Finanzierungsinstrument für die Umwelt”).
Mit dem Förderschwerpunkt „Life Natur“ werden Naturschutzvorhaben gefördert, die der Erhaltung bzw. Wiederherstellung natürlicher Lebensräume und der Populationen gefährdeter wildlebender Pflanzen und Tiere dienen.
Das Projekt Eggemoore ist eines von derzeit 18 Projekten in NRW und wird zu 50% aus dem LIFE+-Programm der EU finanziert.

Quelle: www.life-eggemoore.de

Bildunterzeile IMG 5320 – von links nach rechts: Landrat Manfred Müller, Christoph Schön, Vorsitzende des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge, Peter Rüther, Geschäftsführer der Biologischen Station Kreis Paderborn - Senne,  Ludger Kappius, Vorsitzender des Umweltausschusses des Kreises Paderborn

Bildnachweis: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Michaela Pitz