Unfallschwerpunkt entschärft

Auf dem Foto (linke Reihe von vorne nach hinten) Bürgermeister Michael Dreier, Matthias Dülme, Ortsvorsteher Marienloh, Michael Pavlicic, Ratsmitglied der Stadt Paderborn, Matthias Müller, Bauunternehmung Michael Richter, Jürgen Hegemann und Hans Hermann Kleinhans, Kreispolizeibehörde Paderborn, (rechte Reihe von vorne nach hinten) Landrat Manfred Müller, Christoph Schön, Kreistagsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Bau und Verkehr, Franz-Josef Henze, Ratsmitglied der Stadt Paderborn, Ulrich Brand, Initiative für Radfahren Paderborn, Vinzenz Heggen, Kreistagsmitglied, Baudezernent Martin Hübner, Hubertus Strake, Ingenieurbüro Hegers und Peter Kolhoff, Kreispolizeibehörde Paderborn

Kreis Paderborn (krpb). Der Unfallschwerpunkt am Paderborner Diebesweg ist entschärft: Nach einem Jahr Bauzeit konnte der neue Radweg offiziell für den Verkehr frei gegeben. „Mit dieser zwei Kilometer langen Verbindung möchten wir das Kapitel der Radfahrunfälle erfolgreich abschließen und ein großes Stück Verkehrssicherheit auf den Weg bringen“, betonten Landrat Manfred Müller und Paderborns Bürgermeister Michael Dreier bei der Verkehrsfreigabe.

Der Unfallschwerpunkt an der Abfahrt B 1 zur Kreisstraße 29 besteht seit vielen Jahren. Die Liste der bereits auf Veranlassung der Unfallkommission durchgeführten Maßnahmen ist lang und reicht zurück bis in das Jahr 1995. Der bereits vorhandene Rad-Gehweg wurde verlegt, die Markierung verbessert, Warnschilder aufgestellt. 2011 wurde im Kreuzungsbereich ein Dialogdisplay aufgestellt, das seitdem Autofahrer beim Abbiegevorgang von der B 1 vor Radfahrer warnt. Doch die Unfallserie riss nicht ab: Ein Radfahrer verunglückte in 2011 schwer, im Jahr darauf mussten zwei Radfahrunfälle mit zwei Leichtverletzten registriert werden. In 2013 gab es insgesamt zwei Unfälle, ebenfalls mit zwei Leichtverletzten. In 2014 mussten noch einmal zwei Unfälle mit jeweils einem Leichtverletzten registriert werden. In diesem Jahr gab es an der Stelle lediglich zwei Unfälle ohne Verletzten und ohne Beteiligung eines Radfahrers.

Der Paderborner Kreistag hatte im Juli 2013 grünes Licht für die Planungen der Paderborner Kreisverwaltung gegeben. Zuvor hatten bereits der Ausschuss für Wirtschaft, Bau und Verkehr sowie der Kreisausschuss die auf Beschlussempfehlungen der überörtlichen Unfallkommission des Kreises Paderborn den Bau des Radweges befürwortet. Hintergrund ist die hohe Anzahl verunglückter Radfahrer in dem Bereich. Die Kreisstraße 29 ist sowohl mit PKW als auch Schwerlaster stark beansprucht, da hier die B 1 über die K 29 als Osttangente an die B 64 angeschlossen ist. Gleichzeitig sind hier die Paderborner Stadtteile Schloß Neuhaus, Stadtheide, Lieth und Kaukenberg an das überörtliche Straßennetz angeschlossen. Hinzu kommen bis zu 1000 Radfahrer pro Tag, die den Bereich passieren. Auffällig: Bei fast allen Zusammenstößen kamen die Radfahrer von rechts und wurden dann im Kreuzungsbereich von den Autofahrern übersehen. Deshalb wurde der neue Radweg auf der gegenüberliegenden Seite gebaut.

Da der Diebesweg durch den Abzug der Briten künftig nicht mehr von Militärfahrzeugen befahren wird, konnte der Radweg durch Umgestaltung der überbreiten Fahrbahnen gebaut werden. Die verbleibende Straßenbreite von 7 Meter - 3,50 Meter für jede Fahrspur - reicht für den Straßenverkehr aus. Üblich sind Fahrbahnbreiten zwischen 2,75 bis 3,25 Meter.

Die reinen Baukosten betragen rund 790.000 Euro, von denen 70 Prozent bezuschusst werden.