Malteser helfen bei Pilgerfahrt

Die Paderborner Pilgergruppe in den Vatikanischen Gärten. Foto: Malteser

Rom/Paderborn/Büren/Borchen/Hövelhof (fk). 800 deutsche Pilger, darunter viele mit Behinderung sowie ihre Helfer, sind wieder aus Rom zurück. Dort waren sie eine Woche lang auf großer Pilgerfahrt mit den Maltesern im Vatikan und der italienischen Hauptstadt. Auch Marion Freiin von Graes, Monika Klein-Franze, Marina Stork und Wolfgang Röver von den Paderborner Maltesern halfen tatkräftig mit. Tag und Nacht unterstützten sie Pilgerinnen wie Maria Weritz aus Borchen-Etteln, die sich mit der Wallfahrt einen Lebenstraum erfüllt hat.

"Ich bin berührt und begeistert von dem gemeinsamen Gebet, von der Gemeinschaft. Die Heilige Messe mit Papst Franziskus zum Auftakt der Bischofssynode mit zehntausenden Menschen aus allen Ländern sowie die zahlreichen Gottesdienste haben uns wieder näher an das herangeführt, was wichtig ist im Leben: Vertrauen auf Gott und unseren Nächsten - über alle Hindernisse hinweg", fasste Marion Freiin von Graes aus Paderborn ihre Eindrücke zusammen. Die stv. Diözesanleiterin der Malteser im Erzbistum Paderborn war als Busleiterin für die 36 Pilger aus dem Erzbistum Paderborn verantwortlich.

Unter den Pilgern war auch Maria Weritz, geboren 1940, aus Borchen-Etteln. Zwar hat sie schon an rund 20 Pilgerfahrten teilgenommen - nach Werl, Belgien und ins südfranzösische Lourdes - doch noch nie zuvor nach Rom. Fast hätte es auch diesmal aufgrund einer Erkrankung nicht geklappt, doch durch das Engagement ihres Hausarztes konnte sie dann doch mitfahren. Was für ein Glück, denn so konnte sie den Papst sehen und auf der Rückfahrt über die Schweiz die malerischen Schweizer Alpen. "Ich bin sehr zufrieden mit der Betreuung. Es ist so schön wie sie sich alle um mich kümmern", sagt Maria Weritz. Mit der Reise hat sie sich ein wichtiges Ziel im Leben erfüllt: "Rom zu sehen war immer ein Traum für mich." Und so machte Maria Weritz begeistert das komplette 7-tägige Programm mit, das mitunter schon vor fünf Uhr morgens startete. Dabei unterstützten sie abwechselnd mehrere Malteser wie Marion Freiin von Graes, Monika Klein-Franze, Marina Stork und Wolfgang Röver von den Paderborner Maltesern. Marion Freiin von Graes war bereits das dritte Mal als Helferin bei der Romwallfahrt dabei, die alle drei Jahre stattfindet. Dafür wurde sie von der Diözesanoberin der Malteser im Erzbistum Paderborn, Johanna Gräfin von Brühl, mit einer Dankplakette ausgezeichnet.

"Es war eine Pilgerreise, die für Menschen mit Behinderung normalerweise kaum zu machen ist", bilanziert Marion Freiin von Graes. "Aber unsere Helferinnen und Helfer haben ihnen Tag und Nacht zur Seite gestanden." Die 12. Malteser Wallfahrt nach Rom, die Menschen mit Behinderung eine Reise und einen Aufenthalt in der Ewigen Stadt überhaupt ermöglicht, stand unter dem Leitwort "Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes heißen." Die Pilger erhielten nicht nur einen ebenerdigen Zugang in die Sixtinische Kapelle, der durch normalerweise verschlossene Räume des Apostolischen Palastes führte, sondern wurden in einem Konvoi aus 20 Bussen von der römischen Motorrad-Polizei vier Tage morgens und abends durch den Verkehr gelotst. Besonders herzlich war der Empfang auf dem Aventin: Hier begrüßte der Großmeister des Malteserordens, Fra' Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto, die Wallfahrer auf dem Gelände der Magistralvilla.

Die mitgereisten Ärzte und Pfleger hatten keine größeren Probleme bei den Teilnehmern zwischen zwei und 98 Jahren zu behandeln. Untergebracht waren die Pilger 20 Kilometer außerhalb von Rom in einem von Salesianerinnen geführten Ordenshaus mit zum Teil behindertengerechten Unterkünften. Fast 2.800 Lunch-Pakete wurden für die Tagesausflüge von italienischen Ehrenamtlichen gefertigt und verpackt, morgens und abends ein Frühstück und ein Abendessen zubereitet.

Ein rührendes Gedicht schenkte ein 61-jähriger Pilger mit Behinderung zum Abschluss seinen Helfern. Darin schreibt er: "Zum Glück gibt es euch, die helfenden Hände, die uns lieben und verstehen. Ohne euch hätte unser Leben Wände, und einsam müssten wir durchs Leben gehen. Ihr achtet unsere Würde und schenkt uns Geborgenheit in einer Welt, die fast leer ist von Liebe und Menschlichkeit."