Institut für Wissenschaftsdialog

Professor Josef Löffl leitet seit September das Institut für Wissenschaftsdialog (IWD) der Hochschule OWL.

Lemgo (ul). Josef Löffl wurde als Professor für das Fachgebiet „Wissenschaftsdialog“ neu an die Hochschule Ostwestfalen-Lippe berufen. Zudem leitet der 37-Jährige seit dem 1. September 2018 das Institut für Wissenschaftsdialog (IWD) der Hochschule OWL, das sich aktuell mitten in einem Strategieprozess zur zukünftigen Ausrichtung befindet.

Warum sind Sie zur Hochschule OWL gekommen?

Die Hochschule OWL besitzt überregional einen sehr guten Ruf – sie ist forschungsstark, agil und steht für Macherinnen und Macher. Darüber hinaus ist sie stark in regionale Netzwerke aus Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit eingebunden. Die Hochschule OWL ist durch ihre verschiedenen Standorte und Disziplinen heterogen geprägt. Wenn man hier arbeitet und studiert, sieht man das vielleicht gar nicht so. Aber genau diese Vernetzung ist es, die ein enormes Potential für Kreativität, Ideen und Innovationen bietet.

Sie sind nun gut zwei Monaten im Amt – was konnten Sie bisher aus dem Institut mitnehmen?

Das Institut für Wissenschaftsdialog wirkt momentan vor allem nach innen, also in die Hochschule OWL, wo wir versuchen die verschiedenen hier ansässigen Disziplinen fächerübergreifend zu verbinden. Die Studierenden der Hochschule OWL besitzen bereits eine sehr gute fachliche Expertise – wir möchten den Studierenden zudem das generalistische Denken näherbringen. Denn der Blick über den eigenen Tellerrand bietet die Chance, interdisziplinär bzw. fächerübergreifend zu arbeiten, zu verstehen und Lösungen für Probleme zu finden.

Womit beschäftigt sich das Institut für Wissenschaftsdialog?

Das Institut ist historisch gewachsen und beherbergt viele spannende Projekte. Das im Juni 2017 neu geschaffene Institut für Wissenschaftsdialog der Hochschule OWL baut inhaltlich sowie personell auf dem bisherigen Institut für Kompetenzentwicklung auf. Neben den vorherigen Aufgaben der „Weiterbildung von Studierenden“ und der „Vermittlung von Schlüsselkompetenzen“ hat das IWD zwei weitere Bereiche: „Dialog innerhalb der Disziplinen und Dialog mit der Gesellschaft“ und „Interdisziplinäre Projektlehre“. Das Institut kann und soll ein vielfältiges Umfeld sowie Freiräume bieten, um neue Themen und Handlungsfelder auszuprobieren – sowohl in der Lehre als auch im Zusammenspiel mit Studierenden.

Was bedeutet für Sie Lehre?

Praxisnah, fächerübergreifend, anwendungsorientiert: Lehre sollte einen geschützten Raum generieren, um Erfahrungen und auch Fehler zu machen. Ganz nach dem Prinzip „Trial and Error“ – einfach machen! Die Studierenden sollen nicht nur denken und überlegen – wie kriege ich das hin? Sondern einfach machen! Dafür steht die Hochschule und dafür steht auch das IWD. Wir möchten mehr als nur Informationen vermitteln. Wir möchten Interesse bei Menschen wecken und eine nachhaltige Bildung und Denkweise fördern. Nur so können unsere Fachkräfte von morgen generalistisch arbeiten und den Herausforderungen der Zukunft gut gewappnet gegenüberstehen.

Im September fand ein Workshop zur Zukunft des Instituts für Wissenschaftsdialog statt – haben Sie schon eine Vision, wo es in den nächsten Jahren hingehen soll?

Entscheidend für die zukünftige Entwicklung des Instituts ist besonders die konsequente Fortführung des bereits angestoßenen Strategieentwicklungsprozesses. „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“ sagte schon der heilige Augustinus Aurelius. Ich bin fest davon überzeugt, dass Erfolg nur dadurch nachhaltig erzielt werden kann, dass das Institut gemeinsam im Team den Weg der Weiterentwicklung bestreitet. Dabei möchte ich eine Ausgewogenheit zwischen Zuhören, Mitnehmen und Gestalten finden. Wir möchten uns von einer angebotsorientierten Arbeitsweise hin zu einer individuell zugeschnittenen und bedarfsorientierten entwickeln. Wir schaffen somit weiterhin Unterstützungsangebote, zum Beispiel in Form von Interaktionsräumen für die Professionalisierung von Studierenden und Lehrenden sowie für den Austausch zwischen den Disziplinen. Wir bieten schon jetzt innovative Angebote und wir möchten als dialogorientierter, praxisnaher und agiler Partner in der Region wahrgenommen werden. Darüber hinaus sind wir vor allem eine Verbindung zur Hochschule.

Seit 2013 war Professor Josef Löffl an der Hochschule Coburg tätig, zunächst als Referent für Hochschulentwicklung, danach war er bis August 2018 Professor für das Lehrgebiet Projekt- und Changemanagement im Masterstudiengang ZukunftsDesign. Er studierte Geschichte, Klassische Archäologie und Lateinische Philologie an der Universität Regensburg, wo er 2010 auch promovierte. Es folgten Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Regensburg, als Top-Management-Consultant bei der 3con Management Consultants GmbH in Bonn, als Projektleiter bei der Nadler Straßentechnik GmbH in Schweitenkirchen, als Assistent der Geschäftsführung und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Firmengruppe Seizmeir in Mitterscheyern sowie als Strategie- und Innovationsmanager bei Wiegand Glas in Steinbach am Wald. Für die Konzeptentwicklung und Lehrtätigkeit im Masterstudiengang ZukunftsDesign erhielt er im April 2018 gemeinsam mit dem Team des Studiengangs den Preis für herausragende Lehre der Bayerischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst.